Warum der Januhairy für mich nicht funktioniert

Im Januhairy lassen sich Frauen einen Monat ihre Körperhaare wachsen. Ich habe das auch schon versucht und schnell gemerkt: Das funktioniert für mich nicht. Woran das liegt und warum der Januhairy dennoch großartig ist, erfahrt Ihr hier. 

Ihr Lieben – da ich aktuell in meinem Hauptjob sehr eingebunden bin, bin ich in der letzten Zeit leider kaum zum Bloggen gekommen. Nun melde ich mich zurück und versuche, in der nächsten Zeit wieder regelmäßiger zu schreiben. Heute soll es um das Thema oder vielmehr die Aktion „Januhairy“ gehen. Die Engländerin Laura Jackson hat online Frauen dazu aufgerufen, sich einen Monat lang die Körperhaare wachsen zu lassen, weil sie so auf Bodyshaming und den Schönheitsdruck, der auf dem weiblichen Körper lastet, aufmerksam machen möchte. Das Ziel: Wir sollen uns und andere so akzeptieren wie wir und sie sind. 

Im Januhairy lassen sich Frauen überall auf der Welt die Körperhaare wachsen. Bringt das uns einen Schritt näher an mehr Akzeptanz?

Lustigerweise habe ich genau das gleiche im Dezember, sozusagen zum Jahresausklang, ausprobiert. Ich wollte wissen, wie mein Körper aussieht, wenn ich ihn einen Monat nicht kahl rasiere. Auch ich sah uns Frauen einem unnatürlichen Druck ausgeliefert, immer und überall glatt wie ein Babypopo zu sein – was wir nun einmal von Natur aus aber nicht sind. Und wie viele andere hatte auch ich das Gefühl, der Druck laste auf uns Frauen höher als auf Männern. 

Also wucherten die Härchen los und ich war täglich damit konfrontiert, wie mein Körper mit Haaren aussah. Ich glaube, seit ich 15 bin, habe ich ihn so nicht mehr gesehen.

Doch statt mich damit anzufreunden, war ich nicht wirklich glücklich. Ich fühlte mich nicht wohl in meiner Haut und schämte mich bisweilen sogar in der Umkleidekabine meines Fitnessstudios. War die Abneigung gegen meine natürlichen Körperhaare mir so eingebrannt? Brauchte ich die Januhairy-Bewegung also dringend?

Der Januhairy ist ideal, um mit dem Körper in Dialog zu treten

Nach einem Monat des Sinnierens und noch mehr Gesprächen mit meinem Mann darüber, dass auch Männer sich mit Körperbehaarung nicht unbedingt immer wohlfühlen, lässt mich das Gefühl nicht los, dass das ganze Thema nicht einfach schwarz-weiß ist. Bei der Körperbehaarung verschwimmen gesellschaftliche, kulturelle und individuelle Einflüsse stark miteinander. Ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass ich keine starke Körperbehaarung möchte.

Aber nicht, weil ich mich unterdrückt fühle, mich vor Bodyshaming fürchte oder einem von dem Patriachat vorgegeben Frauenbild nachstreben will. Nein, ich will meine Körperhaare genauso entfernen, wie ich mich regelmäßig duschen und mir die Zähne putzen möchte. Wegen ein paar Stoppeln stresse ich mich nicht, aber wenn die Haare zu lang werden, müssen sie irgendwann auch wieder weg.  Das gehört für mich einfach zu meiner persönlichen Körperpflege dazu. Ich lasse ja auch meine Finger- und Zehennägel nicht einfach wuchern, sondern trimme sie und feile sie in Form. Auch meine Kopfhaare dürfen nicht machen, was sie möchten, sondern werden regelmäßig zum Frisör geschickt.

Ich fühle mich mit Körperhaaren unwohl – aber auch mit ungeputzten Zähnen

Ich fühle mich mit Körperbehaarung unwohl, aber das tue ich auch mit ungeputzten Zähnen und ungepflegten Nägeln. Ich will hier niemandem etwas vorschreiben, ich erzähle nur, wie es sich für mich selbst anfühlt. Wenn andere Frauen sich dafür entscheiden, ihre Haare am Körper wachsen zu lassen, finde ich das ganz wunderbar – denn es macht unsere Welt nur bunter und vielfältiger!

Die Frage ist für mich also, wo hört das eigene Bedürfnis auf und wo fängt der Druck von außen an? Eine Bewegung wie der Januhairy ist deshalb wichtig, weil man einmal mit seinem Körper in Dialog tritt und sich fragt: Was von alledem tue ich eigentlich, weil ich es so will? Es ist wirklich einmal Zeit geworden für dieses Gespräch!

Was meint Ihr dazu? Wie fühlt Ihr Euch mit Körperhaaren und woher kommen diese Gefühle? Sagt mir Eure Meinung und lasst uns in den Kommentaren darüber plaudern 🙂

Ein Gedanke zu „Warum der Januhairy für mich nicht funktioniert

  1. Ja, das geht mir ebenso,mit den ungeputzten Zähnen & Co. Ich würde ja auch nicht einen Monat lang meine Workouts sein lassen, nur weil ich dicker, schlapper und damit ungepflegter lernen könnte, auch dann zu mir zu stehen. Wie Tony Robins es so treffend auf den Punkt bringt: „Veränderung passiert von allein. Dafür braucht man nichts zu tun. Aber für deine Entwicklung musst du selbst sorgen.“ Entwicklung ist für mich Zuwendung zu mir selbst und zu dieser gehört mein persönliches Wohlgefühl, das ich nicht missen möchte.

    Alles Liebe

    Laureen

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