Niedrige Libido, keine Lust auf Sex? Vielleicht ist Dein Lebensstil schuld!

Ihr seid nicht „in Stimmung“ – und das eigentlich so gut wie nie? Keine Sorge, Ihr seid nicht allein. Immer mehr Menschen leiden unter Problemen mit ihrer Libido. Es ist Zeit, unseren Lebensstil unter die Lupe zu nehmen. Denn er kann schuld daran sein, dass wir keine Lust auf Sex haben. 

Es gibt Menschen, die können und wollen immer – sie leben auf der Libido-Sonnenseite des Lebens. Viele andere jedoch wissen, was eine niedrige Libido bedeutet. Eine Studie aus den USA zeigte, dass dort 32 Prozent aller Frauen und 15 Prozent aller Männer zwischen 18 und 59 unter ihrer mangelnden Lust auf Sex leiden. Und das gilt nicht nur für die Vereinigten Staaten. Eine weitere Studie aus Frankreich zeigt, dass vor allem junge Frauen dort mit ihrer Libido zu kämpfen haben.

Es ist eine frustrierende Sache: Man will wollen, will aber nicht. Schwierig kann dies auch in einer Beziehung werden, in der der eine Partner Lust auf Sex hat, der andere aber nicht. Wer sich hier einfach zu Geschlechtsverkehr zwingt, ohne das Problem zu hinterfragen, kann dauerhaft eine negative Einstellung zur Sexualität entwickeln.

Libido-Probleme sind meist Hormonprobleme

Oft schieben wir unsere niedrige Libido auf zu wenig Zeit und zu viel Stress. Das mag zwar auch eine Rolle spielen, doch oft stecken unsere Hormone dahinter. Viele Frauen, die die Pille nehmen, leiden unter einer nicht vorhandenen Libido, da die Antibabypille das natürliche Gleichgewicht unserer Sexualhormone stört. Und selbst wenn wir die Pille bereits abgesetzt haben, kann sie nachträglich noch die Balance unserer Hormone stören und uns die Lust auf Sex rauben.

Die Antibabypille kann hinter sexueller Unlust stecken. Foto: Thougt Catalog / Unsplash
Die Antibabypille kann hinter sexueller Unlust stecken. Foto: Thougt Catalog / Unsplash

Neben einer gesunden Ernährung, die unseren Körper mit allen Nährstoffen versorgt, die er zum Funktionieren braucht, gibt es weitere Punkte in unserem Leben, die die Libido beeinflussen.

So vermiest Dir Dein Lifestyle die Lust auf Sex

Niedrige Libido: Zu viel oder zu wenig Sport

Vorneweg: Sport ist eine großartige Sache, sowohl für Körper als auch Geist. Für eine gute Gesundheit ist es essentiell, regelmäßig ins Schwitzen zu geraten. Problematisch wird es nur, wenn man die Sache übertreibt. Zu viel Sport kann unseren Körper stressen und unseren Cortisol-Spiegel ansteigen lassen. Das wirkt sich negativ auf den Spiegel eines unserer wichtigsten Sexualhormone aus: Testosteron. Erhöhte Cortisol-Werte lassen unser Testosteron im Körper absinken und mindern die Neuproduktion

Zudem verringert übermäßige sportliche Aktivität auch die Produktion von Östrogen und Progesteron bei Frauen, was zu einem unregelmäßigen Zyklus führen kann.  Gerät unser natürlicher Hormonzyklus durcheinander – oder stoppt sogar unsere Periode – kann dieses Hormonchaos uns die Lust auf Sex komplett rauben.  

Nun solltet Ihr deswegen aber auf keinen Fall mit dem Sport aufhören. Ein gutes Maß an Aktivität – insbesondere was das High Intensity Interval Training (HIIT) angeht – lässt unseren Testosteron-Spiegel so richtig auf Touren kommen. Also hopp hopp, ab mit Euch aufs Laufband und lossprinten!

Was ist das richtige Maß? Es ist sehr schwierig, hier genaue Angaben zu machen, da jeder Körper anders ist und reagiert. Natürlich hängt das auch vom Grad Eurer körperlichen Fitness ab. Generell ist es eine gute Sache, in sich selbst hineinzuhören. Habe ich Lust auf Sport, tut er mir gut? Verspürt man nur eine kleine Unlust, die einen an die Couch binden will, kann man ruhigen Gewissens ins Gym gehen. Fühlt sich der Körper aber ausgelaugt, schlapp und müde an, ist es vielleicht besser, ihm die Auszeit zu gönnen, die er benötigt.

Niedrige Libido: Zigaretten und Alkohol

Zigaretten und Alkohol schaden unserem hormonellen Gleichgewicht. Foto: Sara Kurfess
Zigaretten und Alkohol schaden unserem hormonellen Gleichgewicht. Foto: Sara Kurfess

Alkohol und Zigaretten schaden unserem Körper – jeder, der diese „Genussmittel“ konsumiert, weiß das. Was vielen vielleicht nicht klar ist: Alkohol und Zigaretten schaden auch unserer Lust auf Sex.

Ob Wein, Bier oder harte Alkoholika – regelmäßiges Trinken schwächt die Funktion unserer Leber. Kann sie nicht richtig arbeiten, bleibt auch die Entgiftung auf der Strecke. Überflüssige Hormone werden nicht mehr von der Leber ausgeschieden. Sie können zurück in den Blutkreislauf geraten und so ein hormonelles Ungleichgewicht im Körper auslösen.

Rauchen macht das Ganze nicht besser: Tabak lässt unseren Cortisol-Spiegel nach oben schnellen und steckt voller Giftstoffe, die unser Hormonsystem aus der Bahn werfen. So kann Zigarettenkonsum beispielsweise eine Schilddrüsenstörung oder Insulinresistenz (die Vorstufe von Diabetes) auslösen.

Niedrige Libido: Ihr sitzt zu viel!

Zu viel sitzen ist alles andere als gesund - auch unserer Libido gefällt das nicht. Foto: Clarisa Guerra
Zu viel sitzen ist alles andere als gesund – auch unserer Libido gefällt das nicht. Foto: Clarisa Guerra

Wer einen Bürojob hat, sitzt meist bis zu acht Stunden am Tag. Und selbst, wenn wir Feierabend haben, hocken wir uns nur noch auf die Couch, mit der vollen Dröhnung unserer Lieblingsserie im Fernsehen. Doch genau das schadet unserer Libido mehr als wir denken. 

Das Problem: Wenn wir sitzen, wird unser kompletter Schambereich zusammengepresst. Dadurch kann das Blut nicht richtig zirkulieren und weder Hormone noch Nährstoffe gelangen dorthin, wo sie benötigt werden: zu den Geschlechtsorganen. 

Was also tun? Baut mehr Bewegung in Euren Alltag ein. Stellt Euch einen Timer, der Euch stündlich daran erinnert, aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Freundet Euch mit Treppen an und lasst die Aufzüge links liegen. Auch ein Schrittzähler ist hier wirksam: Versucht täglich so viele Schritte wie möglich zu sammeln (10.000 Stück wären ziemlich optimal!).

Niedrige Libido: Ihr hängt nachts am Smartphone oder Computer

Nachts an den Bildschirmen von PC, Tablet und Smartphone zu hängen, bringt unsere Hormone durcheinander. Foto: Kinga Cichewicz
Nachts an den Bildschirmen von PC, Tablet und Smartphone zu hängen, bringt unsere Hormone durcheinander. Foto: Kinga Cichewicz

Unser moderner Lebensstl voller technischer Geräte ist nicht gerade das Beste für unsere Libido. Vor allem Jobs, in denen man den ganzen Tag und sogar nachts noch vor Computern, Tablets und Smartphones sitzt, schaden unserer hormonellen Balance.

Das Licht dieser Geräte imitiert die Sonne und lässt unseren Cortisol-Spiegel ansteigen. Dadurch können wir nur schlecht oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr schlafen. Auf lange Zeit gesehen, geht durch dieses Mangel an gutem Schlaf auch unsere Lust auf Sex verloren. Deswegen sollten technische Geräte in Eurem Schlafzimmer ab jetzt Zutrittverbot haben. Vertraut lieber auf den klassischen Wecker, dann müsst Ihr Euch nicht auf Euer Handy verlassen. 

All diese kleinen Veränderungen Eures Lebensstils können Großes mit Eurer Libido bewirken. Probiert es aus!

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