Haarausfall nach dem Absetzen der Pille? Daran liegt’s!

Volles, langes Haar gilt als absolutes Schönheitsmerkmal. Darum ist Haarausfall für viele Frauen wohl eines der schlimmsten Dinge, die mit ihrem Körper passieren können. Es trifft jedoch nicht nur ältere Frauen, sondern kommt immer häufiger auch in jüngeren Jahren vor. Wer sich auf Ursachensuche begibt, erfährt schnell: Die Hormone spielen eine entscheidende Rolle, ob wir eine Löwenmähne unser Eigen nennen können – oder nur ein paar schlappe Strähnchen. Eine abgesetzte Pille kann hier der Übeltäter sein. 

Haarausfall ist mein Leib- und Magen-Thema. Nachdem ich meine Pille absetzte, hatte ich unter der Dusche regelmäßig einen Strang Haarsträhnen in den Hand. Ich traute mich kaum noch, zum Kamm zu greifen, weil ich das Gefühl hatte, beim Kämmen die Hälfte meiner Haarpracht zu opfern. Für mich war das die schlimmste optische Krise aller Zeiten. Erst, wenn man sein Haar verliert, bemerkt man, wie essentiell dieses für das eigene Gefühl von Weiblichkeit – und somit auch das persönliche Selbstvertrauen ist.

Es folgten unzählige Experimente. Ich probierte verschiedene Shampoos aus – von teuren Markenwaren bis hin zu medizinisch angehauchten Produkten aus der Apotheke. Hunderte von Euros ließ ich bei Heilpraktikern, die alle möglichen Mängel diagnostizierten und mir teure Pillen andrehten. Und meine Ernährung stellte ich auf basische Kost um und lag so lange in basischem Badewasser, bis ich mich fast übergab.

Das änderte sich erst, als ich irgendwann den Fakt akzeptierte, dass ich mit meinem Lebensstil nichts gegen den Haarausfall tun konnte. Denn er hatte weder mit meiner Ernährung noch mit meinen Kosmetikartikeln zu tun. Das Problem waren meine Hormone nach dem Absetzen der Pille. Doch fangen wir von Anfang an.

 

Der Haarzyklus – Die drei Phasen des Haares

Etwa 10.000 bis 15.000 Haare bedecken unseren Kopf. Sie bestehen aus einer proteinhaltigen Hornsubstanz, genannt Kreatin. Am Tag wachsen sie ungefähr einen halben Millimeter. Die Wurzel des Haares ankert in unserer Kopfhaut. Der Kern dieser Wurzel ist die Haarpapille, die über Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt wird. Funktioniert diese Versorgung reibungslos, sprießen auch unsere Haare. 

Jedes dieser Haare durchläuft einen bestimmten Zyklus. Dieser wird von verschiedenen Genen, Wachstumsfaktoren und Hormonen beeinflusst. Was genau welcher Einflussfaktor im Haar bewirkt, ist jedoch noch nicht näher erforscht.

Der eben erwähnte Haarzylkus ist in drei Phasen gegliedert – die Anagen-, Katagen- und Telogenphase. 

(c) Can Stock Photo / marochkina

(c) Can Stock Photo / marochkina

 

Anagenphase: Das Haar wächst

In der Wachstumsphase oder Anagenphase bildet sich ein neuer Haarfollikel. Das ist der Beginn eines neuen Haares. Etwa 80 Prozent der Haare auf unserem Kopf befinden sich in der Anagenphase. Diese dauert je nach Eurer individuellen Veranlagung zwei bis sieben Jahre an.

Katagenphase: Das Haar bekommt keine Nährstoffe mehr 

Während der etwa zwei- bis dreiwöchigen Übergangsphase oder Katagenphase werden die Haare nicht weiter mit Nährstoffen versorgt. Die Follikelzellen teilen sich nicht mehr, das Wachstum hört auf und die Haarwurzel verhornt.  In dieser Phase befindet sich normalerweise nur 1 Prozent unserer Haare. 

Telogenphase: Ein neues Haar wächst nach

Es folgt die Ruhephase oder Telogenphase: Das Haar trennt sich von seiner Wurzel und fällt aus. Dieser Prozess dauert etwa drei Monate. Gleichzeitig bildet sich die Haarpapille neu, sodass sich innerhalb von zwei bis drei Monaten der Haarfollikel regeneriert. In der Haarwurzel beginnt ein neues Haar zu wachsen. Etwa 14 Prozent unserer Haare befinden sich in diesem Stadium.

 

Haarausfall nach der Pille: das Telogeneffluvium

Haarausfall nach dem Absetzen der Pille ist kein seltenes Phänomen. Foto: Pexels
Haarausfall nach dem Absetzen der Pille ist kein seltenes Phänomen. Foto: Pexels

Wer die Pille absetzt und danach mit Haarausfall zu kämpfen hat, leidet höchstwahrscheinlich am sogenannten Telogeneffluvium. Dies bezeichnet einen vermehrten Haarverlust bzw. ein Ausdünnen des Schopfes. Über den ganzen Kopf verteilt fallen plötzlich viel mehr Haare aus als sonst. Sie bleiben beim Bürsten, Duschen oder nachts auf dem Kopfkissen zurück.

Die Balance von Haaren in der Anagenphase und in der Telogenphase ist beim Telogeneffluvium gestört: Zu viele Haarfollikel treten synchron in die Ruhephase ein, an deren Ende das Haar verloren geht.  Dies geschieht durch hormonelle Veränderungen – wie das Absetzen der Pille. 

 

Haarausfall nach der Pille: im Hormontief

Was passiert da genau? Wer die Pille einnimmt, schickt die körpereigene Hormonproduktion auf die Ersatzbank. Stattdessen schwirren jetzte künstliche Östrogene in hoher Zahl durch den Körper und gaukeln uns eine Schwangerschaft vor.

Setzen wir die Pille nun ab, kracht unser Östrogenspiegel nach unten. Denn unser Körper muss von der Ersatzbank zurück ins Spiel und soll plötzlich wieder selbst Hormone produzieren. Unsere Eierstöcke haben jedoch vergessen, wie das eigentlich geht. Sie müssen es erst mühsam wieder lernen. So lange fehlen unseren Haaren aber die Östrogene. Also schickt unser Körper die Haare erst einmal in die Ruhephase – und sie gehen aus.

Doch selbst, wenn wir wieder mehr Östrogene produzieren, verschwindet der Haarausfall nicht unbedingt. Auch kann es sein, dass der Körper nach dem Absetzen der Pille verwirrt ist, und zu viele männliche Hormone produziert. Diese Überproduktion ist ebenfalls alles andere als förderlich für unsere Mähne.

Erst wenn unsere Hormone nach dem Absetzen der Pille zurück im Gleichgewicht sind, können wir uns auch wieder mit einer Mähne schmücken. Ein Weg, diese Balance zu erreichen, ist sich natürliche Unterstützung mit ins Boot zu holen

 

Neben einer abgesetzten Pille gibt es noch weitere Faktoren für weiblichen Haarausfall. Welche, darauf werde ich in den nächsten Blogposts eingehen und Euch Tipps geben, was Ihr gegen Euren Haarausfall noch unternehmen könnt. Bis dahin könnt Ihr mir gerne erzählen, wie es bei Euch aussieht: Hattet Ihr nach der Pille auch Haarausfall? Was habt Ihr dagegen getan?

 

2 Gedanken zu &8222;Haarausfall nach dem Absetzen der Pille? Daran liegt’s!&8220;

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