Kein Einzelfall: Thrombose und Lungenembolie durch Pille

Leider schreibe ich diesen Blogpost aus einem aktuellen Anlass: Die Mutter einer jungen Frau aus England kämpft derzeit vehement gegen die Pille. Ihre Tochter starb vor einem Jahr an einem Herzstillstand in Folge einer Thrombose. Die Eltern geben der Antibabypille die Schuld daran. Und der Vorwurf ist mehr als plausibel. Denn das britische Mädchen ist nicht das einzige Opfer.

Abbey P. aus Straffordshire begann mit 14 Jahren die Pille zu nehmen. Der Arzt hatte ihr diese ohne weiteres verschrieben. Nicht aber wegen eines Verhütungswunsches, sondern als Maßnahme gegen ihre Stimmungsschwankungen. Allein das zeigt, wie grotesk der Einsatz der Pille mittlerweile geworden ist.

 

Die Antibabypille als Allzweck-„Heilmittel“

Frauen nehmen die Antibabypille heutzutage nicht mehr nur als Verhütungsmittel, sondern, weil sie gegen Regelschmerzen helfen, die Haut verschönern, eine üppige Oberweite zaubern oder eben Stimmungsschwankungen bekämpfen soll.

Letzteres finde ich besonders schlimm: Bei einer 14-Jährigen, die in der Pubertät steckt, sind Stimmungsschwankungen etwas völlig normales angesichts des Hormonchaos, in dem sie sich befindet. Hier helfen Geduld und Liebe von Seiten der Eltern – aber sicher keine Hormondosis.

Abbey wurde also jahrelang mit Hormonen vollgepumpt, bevor sie mit 20 Jahren schließlich an einem Herzstillstand in Folge einer Lungenembolie starb. Aber wie kam es dazu?

 

Antibabypille verursacht Thrombrose

Die junge Frau litt unter dem Faktor-V-Leiden, einer seltenen erblichen Mutation, die die Wahrscheinlichkeit auf Thromboseneigung deutlich erhöht. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit für Blutgerinnsel im Körper enorm steigt. Davon wusste Abbey aber nichts. Ihr Arzt hatte sie vor der Verschreibung nicht auf diese Vorerkrankungen getestet.

In Kombination mit der Antibabypille ist das fatal. Wer den Beipackzettel (hier beispielhaft von der Valette) genau liest, wird vor Thrombose gewarnt. Hier heißt es: 

Die Anwendung der „Pille“ birgt im Vergleich zur Nichtanwendung ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Venenverschlüssen, die durch einen Blutpfropf verursacht werden (Thromboembolie). Das zusätzliche Risiko ist während des ersten Jahres einer erstmaligen Anwendung der „Pille“ am höchsten. Dieses erhöhte Risiko bei der Anwendung der „Pille“ ist niedriger als das Risiko der Thrombosebildung bei einer Schwangerschaft, das auf 60 Fälle pro 100.000 Schwangerschaften geschätzt wird. In 1-2 % der Fälle führt ein solcher Gefäßverschluss zum Tode.

Orientiert man sich an den Aussagen der Packungsbeilage, klingt es, als wäre das Risiko für Thrombose durch die Pilleneinnahme eher gering. 

 

Thrombose durch Pille – kein Einzelfall

Weil viele Mädchen und Frauen das Thrombose-Risiko nicht kennen, will die Initiative Thrombose-Geschädigter aufklären. Auf ihrer Webseite www.risiko-pille.de erklären sie, dass Erkrankungen mit teilweise auch Todesfolgen (wie etwa bei Abbey) alles andere als selten sind. 

Thrombose durch Pille - alles andere als selten. Screenshot: Risiko-Pille.de
Thrombose durch Pille – die Zahl der Betroffenen ist hoch. Screenshot: www.Risiko-Pille.de

Auf der Seite erzählen Opfer und Hinterbliebene, was die Pille im Körper zahlreicher Frauen angerichtet hat. Überall tauchen hier die Begriffe Thrombose, Lungenembolie, Schlaganfall auf. Und beweisen: Von einem Einzelfall kann hier keine Rede mehr sein.

Vor allem drospirenonhaltige Antibabypillen erhöhen das Risiko für Thrombose erheblich. Dazu gehört beispielsweise die Yasmin, aber auch viele weitere Pillensorten. Wer nun aber denkt, er könne sein Risiko mit einem anderen hormonellen Verhütungsmittel seine Erkrankungsgefahr reduzieren, liegt falsch: Mittlerweile ist bewiesen, dass auch Hormonspirale und – stäbchen, Verhütungspflaster und Vaginalringe ebenso gefährlich sind.  

 

Wie kann man Thrombose durch die Pille verhindern?

Meiner Meinung nach, ist das Sinnvollste, die Pille abzusetzen und stattdessen hormonfreie Verhütungsmittel zu verwenden. Denn Thrombose ist nicht die einzige gefährliche Nebenwirkung der Antibabypille. Die Liste ist leider sehr lang

Wenn Ihr aber auf keine Fall auf die Pille verzichten wollt, rate ich Euch zu einem Gentest vor der Pilleneinnahme. Damit könnt Ihr Erkrankungen wie Abbeys Faktor-V-Leiden ausschließen und so Euer Thrombose-Risiko senken.

Außerdem tut Ihr gut daran, drospirenonhaltige Pillen zu meiden. Dieses Gestagen kommt vor allem bei Pillen der 3. und 4. Generation vor. Greift lieber auf eine Antibabypille der 2. Generation zurück. Sprecht hier mit Eurem Gynäkologen und fragt ihn nachdrücklich nach den Risiken der einzelnen Präparate. Vertraut dem Arzt aber nicht blind. Lest die Packungsbeilage, holt Euch mehrere Informationen ein und vor allem: Hört immer auf Euren Körper.

 

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