Weg mit Tampons! Warum Ihr darauf verzichten solltet

Tampons? Nein, danke! Was einst das Leben der Frauen angenehmer machen sollte, verschwindet aus immer mehr Badschränkchen. Hier erfahrt Ihr, warum dies der richtige Schritt ist und welche Alternativen Ihr habt. 

Kein Blut mehr im Höschen, ohne Probleme Sport machen oder gar baden gehen? All das war plötzlich möglich, als das Tampon (französisch für „Stöpsel“, „Pfropfen“) im März 1950 in Deutschland auf den Markt kam. Es eroberte für uns Frauen die Freiheiten zurück, die unsere Periode einst eingeschränkt hatte. Dank des Tampons konnte sich frau problemlos durch die Welt bewegen, ohne Angst vor einem peinlichen Blutfleck haben zu müssen.

Ende gut, alles gut? Von wegen. Immer mehr Frauen fangen an, über die kleinen weißen Stöpsel nachzudenken, die sie sich jeden Monat in die Vagina stecken. Und wer sich einmal mit diesem Thema befasst, merkt schnell, dass eigentlich viele Gründe gegen Tampons sprechen: Sie kosten auf die Jahre gerechnet eine Menge Geld und verursachen einen riesigen Haufen Müll. Zudem gibt es tatsächlich Alternativen, die um einiges verträglicher sind. Man kann sie einfacher handhaben und sie sind im Alltag angenehmer zu tragen. Aber eins nach dem anderen.

Woraus bestehen Tampons eigentlich?

Woraus Tampons bestehen? Keine Ahnung...
Woraus Tampons bestehen? Keine Ahnung…

Habt Ihr schon einmal eine Tampon-Schachtel genauer angeschaut? Auf einer o.B.-Packung steht beispielsweise: „Karton aus verantwortungsvollen Quellen; Recyclingkarton und Druckfarbe auf pflanzlicher Basis (jeweils zu min. 75%).“ Wir erfahren also, woraus die Verpackung besteht. Aber über das Tampon, das wir uns jeden Monat in die Vagina schieben, erfahren wir nichts.

Woran liegt das? Tampons gehören zur Kategorie der „Bedarfsgegenstände“ und unterliegen deshalb nicht der Deklarationspflicht. Sprich, die Hersteller müssen nicht angeben, woraus ihr Produkt besteht.

Das erscheint im ersten Moment nicht mal besonders schlimm ist, denn Tampons werden meist aus Viskose, Baumwolle oder Zellstoff gefertigt. Allerdings gibt es wegen der fehlenden Deklarationspflicht auch keinen Hinweis auf die synthetische Schicht, mit der die Tampons überzogen sind. Sie soll das Ein- und Ausführen einfacher machen – steht aber auch im Zusammenhang mit dem Toxischen Schocksyndrom (TSS).

Bei dem TSS handelt es sich um eine Infektion, die durch Bakterein ausgelöst wird und im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann. Zwar tritt ein TSS glücklicherweise nur sehr selten auf – dennoch sollten Frauen zumindest darauf aufmerksam gemacht werden.

Stecken in meinem Tampon Pestizide?

Stecken in meinem Tampons Pestizide? Ganz so schlimm ist es nicht.
Stecken in meinem Tampons Pestizide? Ganz so schlimm ist es nicht.

Doch damit nicht genug. Immer öfter liest man auch von schädlichen Inhaltsstoffen, mit denen unsere Tampons belastet sein sollen. Die Unsicherheit ist groß: Mal wird auf Pflanzenschutzmittel oder Gentechnik beim Anbau der Baumwolle aufmerksam gemacht. Mal heißt es, beim Bleichen der Tampons werde Dioxin erzeugt, das danach an den Tampons hafte.

Das Problem bei alledem: Es gibt kaum Tests zu diesem Thema. Und somit auch wenig Orientierungshilfen für uns Frauen. Doch glücklicherweise hat Öko-Test gerade das Problem erkannt und sich dem Ganzen angenommen. Eine Reihe von Tampons wurden untersucht. Das Ergebnis beruhigt: „An den Tampons gab es im Gegensatz zu früheren Tests kaum etwas zu meckern“, heißt es von Seiten der Fachzeitschrift. Nur eine Marke habe halogenorganische Verbindungen enthalten, von denen einige Allergien auslösen können.

Dieses Ergebnis ist zwar erfreulich – aber neben der schlechten Deklaration der Inhaltsstoffe, gibt es noch einige triftigere Gründe, die gegen Tampons sprechen.

Wer auf Tampons verzichtet, erzeugt weniger Müll

Wieviele Tampons benutzt und wirft eine Frau auf ein Leben gerechnet weg? Stellen wir doch einmal die Rechnung für eine Durchschnittsfrau auf. Die meisten Frauen haben mit 13 Jahren ihre erste Periode, mit 51 ihre letzte. Das sind 38 Jahre mit Periode. Wir haben sie normalerweise jeden Monat, also liegen wir bei 456 Monaten mit Periode. Die durchschnittliche Länge der Periode sind in etwa 5 Tage, somit liegen wir bei 2280 Tagen in unserem Leben, die wir durchschnittlich menstruieren. Natürlich blutet jede Frau anders, aber gehen wir mal von roundabout 4 Tampons pro Tag aus: Das wären also insgesamt 9120 Tampons im Leben – und diesen Müll erzeugt alleine EINE Frau. Rechnet man das auf alle Frauen mit Tampons hoch (gilt im Grunde auch für Einweg-Binden) entsteht ein gigantischer Müllberg.

Die Nutzung von Tampons und Einwegbinden erzeugt unglaublich viel Müll.
Die Nutzung von Tampons und Einwegbinden erzeugt unglaublich viel Müll.

Nun benutzt aber der Großteil der Frauen keine Tampons aus 100 Prozent Biobaumwolle, der wenigstens biologisch abbaubar ist. Nein, sie verwenden herkömmliche Tampons aus Baumwolle, Synthetik und Kunstseide – und produzieren so einen chemischen Abfall, der sich nicht zersetzt. Muss all dieser Müll wirklich sein?

Ohne Tampons bleibt die Scheidenflora intakt

Das Hauptmerkmal eines Tampons ist seine Saugfähigkeit. Klar, soll ja nichts daneben gehen. Die andere Seite der Medaille? Tampons saugen nicht nur viel Blut auf – sondern auch den Großteil der Milchsäurebakterien, die sich in Eurer Vagina befinden. Diese sollen dort eigentlich ein saures und somit gesundes Milieu erzeugen. Doch fehlen die gesunden Bakterien, können sich an dieser Stelle schädliche Bakterien ansammeln und zu Infektionen führen.
Zudem kann ein häufiger Tamponwechsel die Scheide stark austrocknen. Ist das der Fall, sind Schmerzen und Probleme beim Sex die Folge. Kein schöner Ausblick.

Welche Alternativen zu Tampons gibt es?

Gibt es denn überhaupt Alternativen zu Tampons? Aber klar!
Gibt es denn überhaupt Alternativen zu Tampons? Aber klar!

Ihr seid überzeugt und wollt Eurem o.B. Goodbye sagen? Dann müssen jetzt Alternativen her.

  • Menstruationstassen gibt es mittlerweile in jedem DM. Sie fangen Euer Blut auf und müssen nur ausgeschüttet werden. Da sie relativ viel Blut aufnehmen können, muss man sie meist nur einmal am Tag leeren, was einen flexibleren Alltag ermöglicht. Sie sind wiederverwendbar und trocknen die Scheide nicht aus.
  • Menstruationsschwämmchen werden wie ein o.B. in die Vagina geschoben. Sie sind Naturprodukte und ebenfalls darauf angelegt, die Schleimhäute nicht auszutrocknen. Außerdem sind sie wiederverwendbar, man vermeidet also eine Menge Müll. Pluspunkt: Sie können auch beim Geschlechtsverkehr in der Scheide bleiben und ermöglichen so unblutigen Sex während der Menstruation.
  • Wiederverwendbare Stoffbinden helfen immerhin, weniger Müll zu produzieren und die Vagina nicht auszutrocknen. Allerdings erschweren sie den Alltag: Sport und Schwimmen sind damit kaum möglich. Die Binden müssen oft gewechselt werden und viele Frauen stört ihr starker Geruch mit Binden.

Die ersten beiden Alternativen werde ich in meinen nächsten Blogposts noch etwas genauer erläutern. So habt Ihr eine bessere Orientierungshilfe bei Eurer Entscheidung, was Euch künftig während der Periode begleiten soll. 🙂

Habt Ihr noch Fragen, Tipps oder andere Alternativen? Lasst es mich wie immer in den Kommentaren gerne wissen!

Kommentar verfassen