Langzeiteffekte der Pille: Zerstörte Darmflora

Blähungen, Verstopfung, Krämpfe – diese Leiden sind alles andere als angenehm. Verdauungsbeschwerden sind weit verbreitet, doch kaum hinterfragt. Woher kommen die Probleme im Magen-Darm-Trakt? Studien zeigen, dass die Antibabypille enormen Einfluss auf diese Organe hat. Und nicht nur das: Sie steht auch im Verdacht, chronische Darmerkrankungen auszulösen. 

In meinem letzten Post zum Thema Langzeiteffekte habe ich bereits erläutert, wie die Pille einen Nährstoffmangel in unserem Körper hervorruft. Dies liegt vor allem daran, dass sie die Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen hemmt. Aber ein weiterer Langzeiteffekt des Verhütungsmittel ist ebenfalls schuld, dass wir weniger Mikronährstoffe aus unserem Essen ziehen: Die Antibabypille schadet unserer Darmflora, ganz ähnlich, wie es auch bei Antibiotika der Fall ist. Beide zerstören das Gleichgewicht unserer Bakterien im Darm, auch Mikrobiom genannt. Und das ist alles andere als gesund.

So berichtet Hamed Khalili, Mediziner an der Harvard Medical School, dass mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen der Einnahme der Antibabypille und der Entstehung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn nachgewiesen haben. Noch ist nicht ganz klar, wie genau die Pille die Krankheit auslösen kann. Vermutlich liegt es aber daran, dass die künstlichen Östrogene der Pille die Durchlässigkeit unserer inneren Organe verändern. Dadurch und aufgrund unserer künstlich veränderten Hormonspiegel steigt laut Khalili die Gefahr für Entzündungen im Darm.

Morbus Crohn ist aber nicht die einzige Darmkrankheit, die in Zusammenhang mit oralen Verhütungsmitteln steht. Auch die chronisch-entzündliche Colitis ulcerosa kann durch die Einnahme der Pille begünstigt werden, wie diese Studie zeigt.

Besonders Pillen, die das Gestagen Drospirenon enthalten – wie etwa die Pille Yasmin -, scheinen sich negativ auf unsere Darmflora auszuwirken. Laut dieser Untersuchung wirkt Drospirenon entzündlich in den Verdauungsorganen und löst Symptome eines Reizdarmsyndroms (auch IBS genannnt) aus. 

Es ist wichtig, die Ursachen für Eure Probleme zu erkennen. Vielleicht habt Ihr prinzipiell gar keine Probleme mit der Verdauung – und es ist im Grund nur Eure Pille, die die Probleme auslöst. So oder so: Absetzen lohnt sich. 

Doch damit ist noch längst nicht alles getan. Wer abgesetzt hat, auf den kommt die größte Aufgabe erst noch zu. Unsere Darmflora muss wieder ins Gleichgewicht gebracht werden und das erfordert viel Geduld. Hilfreich sind hier vor allem Darmreinigungen, Probiotika, Präbiotika und nicht zu vergessen: eine ausgewogene, gesunde Ernährung.

Mehr Tipps dazu wird es in einem eigenen Beitrag zur Darmflora geben.

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