Travel Guide: Vegan in Paris

Veganes Essen im Land des fromage? Kein Problem in einer Großstadt wie Paris. Es gibt zwar so gut wie keine Alternativen in den typisch französischen Restaurants und Brasserien, aber doch einige vegetarische und vegane Lokale, auf die man ausweichen kann. Das sind meine Tipps. 

Zu einem typischen französischen Frühstück gehört für mich ein Croissant. Nur triefen die Croissants in den Boulangeries um die Ecke nur so vor Butter. Ein veganes Croissant musste also her. Wir machten uns auf zu Cloud Cakes, einem zuckersüßen veganen Café nahe des Palais Royal in der 6 Rue Mandar (Métro-Station Châtelet les Halles).

Nach langen Sightseeing-Tagen brauchten wir am Abend etwas Deftiges. Ich freute mich darauf, die Hank-Läden auszuprobieren, über die ich viel Gutes gelesen hatte. In Paris hat zuerst Hank Vegan Burger (55 Rue des Archives, Métro: Rambuteau) aufgemacht. Das Lokal war so erfolgreich, dass kurz darauf ein paar Straßen weiter Hank Vegan Pizza (18 Rue des Gravilliers, Métro: Rambuteau) aufmachte. Beide sind jung und hip eingerichtet. Im Erdgeschoss ist eine Theke, an der man aus fünf verschiedenen Varianten sein Gericht auswählen kann. Man zahlt, setzt sich an einen Platz im ersten Stock und wird dann über Mikrofon gerufen, wenn das Essen fertig ist. Das Publikum sind hippe, junge Pariser, viele davon Studenten. Es ist ein bisschen eng, aber das macht gerade den Charme des Lokals aus.

Natürlich darf eine echte Brasserie bei einem Besuch in Paris nicht fehlen. Glücklicherweise gibt es in der französischen Haupstadt auch hier Alternativen. Wir waren in der Brasserie Lola (99 Rue de Théâtre, Métro: La Motte Picquet Grenelle). Dabei habe ich gemerkt, dass ich generell nicht so der Brasserie-Typ bin – ebenso wenig wie ich daheim in Wirtshäuser gehe – da das Essen zumeist eher ungesund und fettig ist. Auf der Tageskarte fand ich schließlich aber doch etwas Gesundes, das auch sehr lecker schmeckte.

Einer der kulinarischen Höhepunkte war für mich das Sonntagsbrunch im Le Faitout (23 Avenue Simon Bolivar, Métro: Pyrénées). Sieht zwar auf den ersten Blick von der Einrichtung ein wenig kunstvoll-verranzt aus, aber das Essen ist der Hammer. Wir bekamen als Vorspeise einen Teller mit veganen Käsevariationen – von säurigem Ziegenkäse bis hin zu violettem Hibiskus-Käse – der unfassbar echt schmeckte. Ich habe noch nie so guten veganen Käse probiert. Auch das Hauptgericht mit verschiedenen Gemüse- und Getreide-Varianten und der Dessertteller mit Früchten und einem Pain perdu waren köstlich. Und vor allem so viel, das ich es mir einpacken lassen musste und am nächsten Tag noch einmal davon essen konnte.

An unserem Jahrestag wollten wir es uns so richtig gut gehen lassen und reservierten in einem veganen Gourmet-Restaurant, dem Gentle Gourmet (24 Boulevard de la Bastille, Métro: Bastille). So toll habe ich schon lange nicht mehr gespeist. Wein und Essen waren köstlich und wunderbar angerichtet, der Service erstklassig. Toll, dass es Gourmetküche mittlerweile auch in vegan gibt!

Am letzten Tag ging wir zum Abschluss ins Le Potager du Marais (24 Rue de Rambuteau, Métro: Rambuteau), weil ich viele gute Bewertungen dazu gelesen hatte. Das Essen war solide, aber nicht atemberaubend. Dafür war das Lokal sehr liebevoll dekoriert und der Kellner unheimlich nett.

Köstliches Falafel als Imbiss zwischendurch.
Köstliches Falafel als Imbiss zwischendurch.

Was ich außerdem empfehlen kann: Auf unserem Weg zum Picasso-Museum spazierten wir durch Marais, mein absolutes Lieblingsviertel in Paris. Dort gab es tolle Läden zum Stöbern und Shoppen sowie zahlreiche interessante Kunstgalerien. Zur Stärkung aßen wir im jüdischen Teil ein Falafel, das besser schmeckte als alle, die wir je in Israel gegessen hatten. Ein Abstecher dorthin lohnt sich auf jeden Fall (bisher scheinen vor allem Locals den Imbiss zu kennen): Mi Va Mi (23 Rue des Rosiers, Métro: Saint Paul).

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